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Kolumne

Grundgesetz

05.02.2024

Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achte und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“ Wer sich in Deutschland einbürgern lassen will, muss dieses Bekenntnis laut vorlesen. Am 18. Januar war es bei mir so weit. Vorher hatte ich mich aber vergewissert, zu was ich mich da genau verpflichte. 

Das Grundgesetz ist die Verfassung Deutschlands. Es regelt die wichtigsten Rechte und Pflichten der Bürger. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, steht beispielsweise im Artikel 1. Und dann geht es weiter mit der Gleichheit vor dem Gesetz, der Glaubens- und Gewissensfreiheit, der Meinungsfreiheit etc.

Ich musste spontan an die AfD mit ihrem menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Gehabe denken. Im Moment läuft eine Petition, die dem AfD-Politiker Björn Höcke die Wählbarkeit nehmen will. Aber was ist dann mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung? Wo fängt die Freiheit an und wo hört sie auf? Diese Fragen werden zur grossen Zerreissprobe für Deutschland. Als Schweizerin vergesse ich manchmal, dass vor noch nicht langer Zeit auf deutschem Boden die NSDAP demokratisch an die Macht kam – mit katastrophalen Folgen. Wie werde ich mich als „Papierli-Deutsche“ zu Freiheit und Verantwortung stellen?

Wie die Schweizer Bundesverfassung hat auch das deutsche Grundgesetz eine Präambel. Da steht, dass das deutsche Volk letztendlich Gott gegenüber verantwortlich ist. Ich bin froh, dass nicht der Mensch mit seinen Schwächen das Mass aller Dinge ist, sondern eine grössere, umfassendere, liebende Kraft – Gott. Ja! Zu diesem Grundgesetz kann ich mich bekennen.

Mirjam Jauslin ist Leiterin ­Kommunikation bei der Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz BL.

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